Nörgelnde Kinder in der Reitpädagogik

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00:00:00: nörgängige Kinder in der Reitpädagogik.

00:00:03: Für viele ein bisschen nervig, ein bisschen anstrengend manchmal auch überfordernd.

00:00:08: und genau deshalb habe ich euch diese Podcastfolge aufgenommen weil es mir anliegen ist das schon auch als Kommunikation zu verstehen und zwar von einem kleinen oder jungen Menschen der eigentlich auch eine Bedürfnis dahinter hat und das ganze vielleicht noch nicht so gut kommunizieren kann.

00:00:27: Und da lohnt sich oft wirklich ein ganz genauer Blick.

00:00:31: Ich wünsche euch viel Spaß mit der aktuellen Episode!

00:00:52: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von unserem Podcast Entspanne mit Pferden rund um Reitpädagogik Beziehung und auch Pferdegestütztes Lernen.

00:01:02: Heute geht es um eine Situation, die vermutlich jeder Reitpedagogin schon mal kennengelernt hat.

00:01:10: Er Kind kommt zur pferdigestützten Einheit und es nörgelt!

00:01:14: Das will ich nicht das ist langweilig.

00:01:16: warum muss ihr das machen?

00:01:18: Manchmal ist es ein leises Quengeln und manchmal auch eine ziemlich laute Protest.

00:01:23: Es kann auch Rückzug sein oder Verweigerung, und als Fachkraft stehe man dann zwischen mehreren Anforderungen.

00:01:30: Zum einen möchte man dem Kind gerecht werden – die Gruppe im Blick behalten, die Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig wollen wir natürlich auch eine tragfähige Beziehung zu uns um zum Pferd ermöglichen!

00:01:42: Unser These lautet deshalb, Nörging ist meist kein Problem das man wegdiskutieren kann oder muss sondern es ist in erster Linie eine Information und genau diese Informationen können wir pädagogisch nutzen.

00:01:57: Es macht also durchaus Sinn, bevor wir da jetzt irgendwie eine Strategie besprechen dass man mal die Perspektive wechseln.

00:02:03: Denn ganz selten ist nörgeln einfach nur Bockigkeit hinter diesen Sätzen wie.

00:02:09: ich möchte es nicht das gefällt mir nicht.

00:02:11: da können ganz unterschiedliche Bedürfnisse stecken zum einen über Forderung weil die Aufgabe vielleicht zu schwierig ist.

00:02:19: es kann aber natürlich auch Angst vor dem Pferden sein vor schneller Bewegungen davor Fehler zu machen oder den anderen bloßgestellt zu werden.

00:02:28: Und auch langeweiler ist ein Thema, denn wenn die Stunde zu wenig Herausforderung bietet dann kann es natürlich auch sein dass Kinder einfach keinen Bock mehr drauf haben weil ihnen das Ganze einfach zu langweilig ist.

00:02:41: und ganz oft sind's auch eigene Bedürfnisse.

00:02:44: Kinder sind müde, die haben Hunger, sie haben noch Stress und Konflikte in der Schule oder daheim erlebt die nur gar nicht richtig verarbeitet wurden.

00:02:54: Nicht selten ist es aber auch das Bedürfnis nach Autonomie,

00:02:57: d.h.,

00:02:58: die möchten was mitbestimmen und nicht nur Anweisungen bekommen – ab und zu ist auch ein Test!

00:03:04: Bleibst du bei mir?

00:03:06: Wie ist die Beziehung zu dir wenn ich nicht funktioniere oder widerspreche?

00:03:11: Und pädagogisch betrachtet ist dabei wichtig, Kinder brauchen natürlich Freiräume und Mitbestimmung aber auch verlässliche Grenzen.

00:03:19: Und gerade wenn sie ihr Kind im Widerstand zeigt dann ist Klarheit oft wirklich sehr entlastend!

00:03:25: Da geht es nicht um eine Bestrafung, aber darum dass wir für die Kinder auch berechenbar bleiben.

00:03:31: Also fragt euch bitte nicht in erster Linie, wie bekomme ich das Kind jetzt wieder irgendwie ruhig?

00:03:36: sondern was braucht dieses Kind gerade damit es einfach wieder handlungsfähig wird.

00:03:43: Und ich weiß, der erste Reflex ist ganz oft eher Ruhe statt Machtkampf.

00:03:49: Der wichtigste Hebel ist aber immer unsere eigene Haltung.

00:03:52: also wenn ein Kind nörgelt dann wird schnell am Machtkampfe angezettelt.

00:03:56: jetzt stellt ihn nicht so an oder wir versuchen das Kind mit Argumenten zu überzeugen und beides führt meiner Erfahrung nach relativ selten zur Mehrkooperation.

00:04:07: Bei mir hat in der Praxis immer besser funktioniert, das Gefühl erstmal anzuerkennen.

00:04:12: Also zu sagen hey ich merke du bist gerade echt genervt und es darfst du auch sein!

00:04:17: Das Verhalten wird nicht bewertet oder beschämt und es gibt eine ganz klare kleine nächste Handlung.

00:04:24: Das heißt ich fordere die Kinder dazu auf dass wir jetzt etwas machen aber eben ein kleiner Schritt.

00:04:31: Wenn Kinder im emotional aufgeladenen Zustand nenn ich es jetzt mal Sinn, dann nehmen die keine langen Erklärungen wahr oder sie können's auch nicht gut aufnehmen.

00:04:41: Das heißt das braucht kurze freundliche und trotzdem sehr klare Sätze von uns!

00:04:48: Und die Praxisformel ist für mich Gefühl benennen, Grenze halten, kleinen nächsten Schritt anbieten.

00:04:55: Und natürlich sind Wahlmöglichkeiten auch richtig eingesetzt sinnvoll.

00:05:00: Das kann ein wirksames Werkzeug sein, wenn ich eine echte Auswahlmöglichkeit habe aber die sollte natürlich begrenzt sein!

00:05:08: Also ich frage jetzt nicht, möchtest du dieses oder jenes machen?

00:05:13: Weil das oft ein großes breites Feld ist und kein sinnvolle Wahl.

00:05:17: Grundsätzlich sind zwei drei Optionen besser die für uns beide in der Situation akzeptabel und gut sind.

00:05:26: Das können jetzt wirklich Kleinigkeiten sein.

00:05:28: Ich kann zum Beispiel fragen, möchtest du das Pony jetzt lieber von links oder rechts führen?

00:05:33: Möchtest Du die Übung selber ausprobieren oder magst mir erst mal zuschauen?

00:05:38: Da bleibt einfach die Grundentscheidung bei mir als Fachkraft.

00:05:42: aber das Kind erlebt schon eine Selbstwirksamkeit.

00:05:46: Also es ist nicht völlig machtlos und muss jetzt einfach das tun was ich gerade gesagt habe.

00:05:51: Aber natürlich ist auch nicht alles hier verhandelbar.

00:05:55: Es gibt schon Studien und auch pädagogische Leitfäden, die empfehlen eben genau das.

00:06:01: zwei-, drei realistische Alternativen, die beide Seiten gut akzeptieren können.

00:06:06: Und das ist was, was auch bei mir in der Praxis wirklich gut funktioniert und sich super bewährt hat!

00:06:13: Das heißt Wahlmöglichkeiten sollen jetzt aber auch keine Belohnung für Snörgeln sein – aber sie sind natürlich ein Strukturangebot.

00:06:20: Das ermöglicht der Autonomie und zwar ohne die Verantwortung von mir als pädagogischer Fachkraft irgendwie eine Frage zu stellen oder abzugeben.

00:06:31: Und dann habe ich auch immer das Gefühl, Dass es schon ein besonderer Vorteil ist, dass wir in der Reitpädagogik vom Pferd so unmittelbares Feedback bekommen.

00:06:41: Das heißt er kind das laut wird oder ungeduldig am Pferde rumzieht oder seine Frustration an den Pferden auslässt.

00:06:48: Das merkt oft sehr schnell, dass das Pferder auch nicht einverstanden ist und keine coole Aktionen sind.

00:06:54: Es ist jetzt keine Strafe in dem Sinn sondern Erfahrung, Aktion, Reaktion Und das sieht man einfach, dass sie die innere Verfassung auch auf die Beziehung auswirkt.

00:07:06: Natürlich müssen wir da auch eingreifen!

00:07:08: Wir dürfen es nicht zulassen, dass hier irgendwie übergriffig mit dem Pferd umgegangen wird.

00:07:14: Das heißt, wir können schon auch sprachlich dabei schauen, dass wir den Fokus woanders hin lenken.

00:07:21: Dass wir zum Beispiel sagen, du schau mal, du siehst, das Pony wird gerade total unruhig und was glaubst Du brauchtes Pony jetzt grad?

00:07:29: Oder, dass man auch mal sagt du deine Hände die sind gerade ziemlich fest.

00:07:33: Probier mal was passiert wenn Du lockerlässt und einmal ruhig atmest.

00:07:39: Das Pferd versteht keine Vorwürfe.

00:07:41: das Pferdd versteht Ruhe Klarheit und eine freundliche Führung.

00:07:47: Es ist einfach ganz eine tolle Sache, weil das nörgeln und auch der Umgang ja nicht direkt moralisch bewertet wird sondern es wird übersetzt in einer leeren Erfahrung.

00:07:58: Das heißt die Kinder lernen ich kann meine Emotionen wahrnehmen und ich kann's halt auch beeinflussen.

00:08:06: Gleichzeitig habe ich jemanden Erwachsenen an meiner Seite, der mir schon ganz klar auch Grenzen aufzeigt und vor allem auch Grenze zum Schutz vom Pferd.

00:08:17: Das heißt Kinder die nörgängig schlecht drauf sind, die keinen Bock haben lernen in erster Linie schon auch dass man das natürlich nicht an einem Lebewesen auslassen darf oder abladen.

00:08:31: Empathie heisst nämlich Nicht-Grenzenlosigkeit Und es gibt ein paar Bereiche in der Reitpädagogik, die sind absolut nicht verhandelbar.

00:08:41: Das ist die Sicherheit rund ums Pferd und natürlich auch die Tatsache dass es kein Ziehen gibt, keinen Schlagen, kein Treten, kein absichtliches Erschrecken unter Respekt gegenüber dem Lebewesen aber auch den anderen Kindern und auch uns gegenüber.

00:08:59: Und wir haben verbindliche Absprachen, die vorher getroffen werden an die wir uns auch halten müssen.

00:09:04: Auch das dient natürlich der Sicherheit!

00:09:07: Das bedeutet unterm Strich – das Nörgeln hat natürlich irgendein Grund und vielleicht ist auch gerade irgendeine Bedürfnis nicht gestillt, vielleicht haben die Kinder schlecht geschlafen oder sie sind hungrig aber es ist eben keine Grundlage dafür dass es jetzt keine Grenzen mehr gibt und man machen kann was man möchte.

00:09:25: Und je früher ich diese Grenzen klar kommuniziere, desto einfacher ist es natürlich.

00:09:31: Und zwar nicht mit vielen Worten und vielen Erklärungen sondern mit wenigen Worten auch verständlichen Sätzen.

00:09:39: Das heißt – Ich kann dem Kind schon sagen du darfst eh wütend sein!

00:09:43: Du darfst aber nicht am Zügel rumreißen.

00:09:46: Wenn du das weitermachst dann wird jetzt hier eine Pause geben beziehungsweise an Stopp Und dann kann man vielleicht bei irgendwas anderem helfen, aber dann wird das Pony jetzt hier aus der Gleichung rausgenommen.

00:09:59: Weil wie kommt das dazu?

00:10:01: Wichtig ist aber auch dass diese Konsequenz realistisch sein muss.

00:10:05: die muss unmittelbar nachvollziehbar sein und die soll nicht beschämend sein.

00:10:10: Das heißt wenn ich eine kurze Pause mache oder sinnvolle Alternative anbiete Dann ist das so viel besser als irgendeine Diffuse drogen, weil Kinder testen Grenzen.

00:10:21: Das gehört zur Entwicklung dazu und es ist auch völlig normal und entscheidend ist dass wir hier aber ruhig und verlässlich bleiben.

00:10:29: Das heißt ich bleibe bei dem Kind, ich bleib' aber auch bei meiner Grenze und ich blebe ruhig!

00:10:36: Und... Ich halte mich auch an diese Schema-Aktion Reaktion Und ich möchte nicht irgendwelche diffusendubiosen Geschichten androhen, die ich dann vielleicht eh nicht einhalten kann.

00:10:49: Dann bin ich im Prinzip so zahnlose Tiger, sondern ich sage ganz klar das geht nicht und wenn es nicht aufhört, dann müssen wir uns was anderes überlegen!

00:11:01: Kinder dürfen natürlich mal schlecht drauf sein und die dürfen natürlich auch mal nörgeln, das ist überhaupt kein Thema.

00:11:07: Wenn es aber jetzt regelmäßig auftritt dann lohnt sich natürlich auch einmal ein kurzes Gespräch nach der Stunde nicht mitten im Konflikt sondern danach wenn alles wieder ein bisschen ruhiger ist.

00:11:19: da kann man schonmal fragen was hat dir heute nicht gepasst?

00:11:21: Was war so schwierig?

00:11:22: Was hätt ihr geholfen?

00:11:24: Gibt's etwas was wir beim nächsten Mal anders machen können?

00:11:27: Wenn so ein Muster natürlich jetzt dauerhaft anhält, dann kann man auch mal mit den Eltern sprechen.

00:11:33: Weil manchmal hat das Verhalten wenig mit uns und unserer Einheit zu tun sondern zum Beispiel mit Schulstressen, mit Familienveränderungen, mit sozialen Schwierigkeiten.

00:11:43: Und da ein respektvolles Gespräch zu führen und auch zu schauen ob die Pferde gestützten Einheiten jetzt gerade gut sind und Sinn machen oder ob sie Anpassung braucht ist schon etwas was definitiv in Frage kommt.

00:11:57: Zusammengefasst ist mein Ansatz, den ich gerne verfolge in erster Linie mal wahrzunehmen.

00:12:03: Also zu sagen hey, ihr seht du bist gerade echt frustriert dann aber auch eine Grenze zu setzen weil Sicherheit und respektvolle Umgang einfach immer gelten egal wie man grad drauf ist.

00:12:15: Eine Wahlmöglichkeit anzubieten eben zwischen zwei drei Optionen einen nächsten kleinen Schritt also eine kleine kurze Aufgabe und natürlich auch loben Einfach mal zu sagen, hey ich habe gerade gesehen dass du echt ruhig geblieben bist obwohl du grad nur so wütend warst und das war echt stark von dir.

00:12:35: Auch das ist natürlich wichtig!

00:12:38: Also generell gesprochen muss man sagen nörgeln ist kein Störungsbild das ist nichts was wir wegdiskutieren kann sondern es is eine Form von Kommunikation Und ihr musst nicht jede Art von Nörgelen akzeptieren.

00:12:53: aber ihr kannt das Gefühl dass da ist, beziehungsweise das vielleicht auch dahinter liegt.

00:12:58: Das kann ich schon akzeptieren und auch ernst nehmen!

00:13:02: Und wenn ihr Wahlmöglichkeiten gibt dann bekommen Kinder auch ein bisschen Autonomie zurück.

00:13:08: Autonomien nicht Kontrolle – das ist ganz wichtig denn die Kontrolle bleibt natürlich bei uns weil auch die Verantwortung bei uns ist.

00:13:18: Wenn wir Grenzen setzen, dann ist es keine Ablehnung sondern es ist immer auch ein Beziehungsangebot.

00:13:26: Wir machen das im Idealfall früh, freundlich und verbindlich.

00:13:31: Das heißt es gibt Sicherheitsregeln und respektvollen Umgang.

00:13:34: wir nehmen Rücksicht auf alle Beteiligten also Pferd und selber die Gruppe.

00:13:40: das ist alles nicht verhandelbar Und wir haben auch Konsequenzen.

00:13:45: Die sind unmittelbar die kann man aber auch nachvollziehen und die sind realistisch und Es ist nicht irgendeine diffuse Drohung sondern etwas was ganz natürlich folgt Wenn du weiterhin so mit dem Pony umgehst, dann ist jetzt Schluss.

00:14:01: Dann kannst du dir gerne Futter vorbereiten oder sonst irgendwas machen und beim nächsten Mal starten wir einfach wieder neu!

00:14:09: Und bitte versteht es die Wahlmöglichkeiten nicht falsch, das ist ganz wichtig.

00:14:14: Es geht nicht darum dass wir nörgeln irgendwie belohnen oder dass das Kind das Gefühl hat okay das ist cool ich jammer hier und nörgle ein bisschen und das funktioniert total gut und dann haben die Erwachsenen plötzlich ein tolles breites Angebot für mich wo ich mal alles mögliche aussuchen kann oder einfach auch in die Selbstbestimmung gehen kann.

00:14:34: Das ist nicht das Ziel und das ist auch überhaupt nicht unser Ansatz, sondern es geht wirklich darum zu schauen okay warum ist das Kind überhaupt in dieser Bockigkeit wenn man so nennen möchte weil's eben auch ein Signal ist von Überforderung, eben Angst, langeweile Müdigkeit.

00:14:55: oder vielleicht möcht ihr eben auch ein bisschen Mitbestimmungsrecht haben und das ist ja grundsätzlich auch absolut okay.

00:15:02: Und wir bieten immer kleine Wahlmöglichkeiten aber im Rahmen der halt einfach auch passend ist also dass es trotzdem blöd gesagt kein Wunschkonzert oder irgendwie Rollentausch oder sowas in der Art sondern eben nur in ganz um kleinen Rahmen möglich.

00:15:22: Und wichtig ist natürlich auch, dass ihr in der Ruhe bleibt – also gelassen und souverän!

00:15:29: Natürlich merkt ihr das Kind es genervt, das Kind nörgelt und es macht vielleicht auch was mit euch und da macht's wirklich Sinn erst mal drei ruhige Atemzüge zu nehmen und dann zu entscheiden wie wir weitermachen.

00:15:44: In dieser emotional aufgeladenen Situation macht es auf jeden Fall überhaupt keinen Sinn, irgendwie zu diskutieren oder einfach auch Anweisungen zu geben die jetzt eh nicht gut aufgenommen werden können weil's vielleicht auch zu komplex sind.

00:16:00: Also ein Schritt zurückzugehen, einfach mal zu atmen, mal bei sich anzukommen Und dann zu schauen, gut wo ist jetzt eine Grenze die einfach Sinn macht zum Schutz vom Pferd auch für die Sicherheit und was können wir vielleicht auch in einem kleineren Rahmen weiter umsetzen oder welche Alternativen gibt es ist in meinen Augen definitiv etwas was Sinn macht.

00:16:24: Zudem versuche ich auch immer ein bisschen Tempo rauszunehmen.

00:16:28: das heißt Ich diskutiere zum einen nicht lange rum sondern Ich gebe den Kindern gerne dann auch ein bisschen den Spielball und sag, weißt du was?

00:16:40: Wenn du bereit bist, dann zeigst du mir dieses oder jenes.

00:16:44: Oder dann machen wir weiter!

00:16:46: Weil auch das gibt eben so eine kleine Verschnaufpause und vor allem auch eine Struktur ohne dass man irgendwie in einen Machtkampf gerät.

00:16:55: Und gerade wenn es darum geht Verhalten zu kritisieren oder Grenzen zu setzen, möchte ich nochmal darauf hinweisen dass es ein ganz großer Unterschied ist ob ich das Kind oder den Jugendlichen an sich kritisiere oder das Verhalten.

00:17:13: Das heißt Ich kann natürlich sagen, hey das ist nicht okay dass du das Pony jetzt so behandelst aber da seht ihr schon, da kritisiere ich das Verhalten und nicht das Kind an sich.

00:17:26: Also das ist auch ein ganz großer Unterschied!

00:17:29: Ich sage nicht irgend sowas wie boah Du bist die ganze Zeit voll anstrengend oder so sondern ich konzentriere mich nur auf Das Verhalten Und das kann ich natürlich und muss ich auch benennen und ansprechen.

00:17:43: Auf jeden Fall wird euch in der Praxis immer auch eine gute Portion Humor weiterhelfen mit solchen Situationen.

00:17:50: Und wenn die Ursache eventuell eine Überforderung sein könnte, dann liegt es natürlich auch an euch die Ursachen zu prüfen.

00:17:58: Vielleicht ist das Pferd zu groß, zu schnell und unruhig?

00:18:02: Vielleicht passt Dingmus bei der Ausrüstung nicht!

00:18:04: Also manchmal ist ja das Nörgeln auch ein berechtigter Reaktion auf Ängste oder eben auch auf die Umgebung.

00:18:13: Das darf man auch nicht verwechseln und dann macht es natürlich auch total Sinn, dass man schaut okay was kann man da noch anpassen?

00:18:20: Was kann man noch verbessern?

00:18:22: Und vielleicht ist auch sinnvoll ein Schritt zurück zu gehen um das Kind wieder vom Pferd zu nehmen und nochmal Bodenarbeitsübungen zu machen also Aufgaben auch zu verkleinern weil das reduziert natürlich in der Folge auch den Frust.

00:18:40: Wenn ihr natürlich Kinder da habt, die ganz klar schon ihre Bedürfnisse formulieren können, die vielleicht sagen hey ich bin echt genervt weil das war ein super langer Tag und ich komme jetzt gerade von Klavierunterricht und jetzt ist es auch noch und ich bin wirklich müde.

00:18:55: oder auch Kinder die sagen Ich habe Hunger dann muss man sowas natürlich auch mit den Eltern absprechen.

00:19:01: Ganz klar!

00:19:02: Wenn jetzt aber auch langeweile vielleicht der Grund für's Nörgeln Dann sollten Kinder das auch formulieren können und da könnt ihr ihnen auch dabei helfen mit einer entsprechenden Fragestellung.

00:19:14: Und dann kann man auch in die Selbstwirksamkeit gehen, indem er natürlich mit den Kindern bespricht was wäre denn jetzt irgendwie spannender?

00:19:21: oder fällt dir vielleicht irgendwas ein wie wir diese Übung vielleicht ein bisschen aufpeppen können so dass dir mehr Spaß macht?

00:19:28: Unter Umständen liegt es nur gern aber auch daran, dass das Kind eigentlich ein bisschen Angst hat und sich das auch nicht eingestehen möchte.

00:19:37: Dann sagt natürlich eher sowas wie eigentlich ist das alles total doof und interessiert mich überhaupt nicht und ist voll langweilig.

00:19:43: Aber natürlich gibt's auch Kinder die Bedenken haben generell dem Pferd gegenüber, die vielleicht auch Angst haben vor der Bewegung, vor der Schnelligkeit oder eben davor das was falsch machen und dass die anderen sie auslachen könnten.

00:19:59: Und das zu erkennen ist natürlich nicht immer ganz einfach aber auch wichtig und da muss man dann natürlich noch mal an ganz anderen Dingen arbeiten am Selbstbewusstsein, an der Resilienz, an den eigenen Ressourcen.

00:20:13: Das heißt, ich möchte euch wirklich unterm Strich bitten dass ihr Nörgeln nicht einfach nur abtut sondern auch als eine Botschaft versteht.

00:20:22: Das ist trotzdem auch wenn es anstrengend ist und auch wenn's nervig sein kann eine Form von Kommunikation von einem kleinen oder jungen Menschen der das vielleicht auch noch sehr viel besser ausdrücken kann Und die sehe schon als unsere Aufgabe da ein bisschen dahinter zu schauen.

00:20:40: In diesem Sinn vielen lieben Dank fürs zuhören, wir hören uns in der nächsten Podcastfolge.

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