Weniger ist mehr

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00:00:00: Entspannen mit Pferden Der Podcast für reitpädagogik und pferdegestützte Arbeit, mit Tiefgang.

00:00:15: Manchmal darf sich auch ein Name weiterentwickeln.

00:00:18: Deshalb hörst du mich zukünftig nicht mehr unter entspanne mit Pherden der alternative Pferdepodcast sondern unter entspannen mit pferde der podcast für rei pedagogik & pferdigestützte arbeit.

00:00:30: Die vertrauten Themen bleiben gleich und dennoch gibt es eine klarere struktur für die thematiken ,die wir hier behandeln.

00:00:38: Apropos Thematik In der heutigen Episode geht es darum, warum in der Pferde gestützten Arbeit weniger manchmal definitiv mehr ist.

00:00:47: Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Zuhören und falls du uns noch nicht abonniert hast dann solltest du das nachholen damit du keine Folge mehr verpasst.

00:00:57: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge Mit ein bisschen rechtsiger Stimme aber ich bin leider krank wollt aber mir nicht nehmen lassen eine Podcastfolge aufzunehmen, auch wenn es eine kurze wird.

00:01:10: Und zwar zum Thema das ich sehr relevant finde und dass sich bei mir im Ausbildungszentrum immer wieder zeigt – und zwar die Tatsache, dass wir in der Pferde gestützten Arbeit manchmal viel zuviel Konzept haben und viel zu viele Übungen.

00:01:29: Hört sich jetzt erstmal ein bisschen Paradox an denn ganz viel geht natürlich in der Reitpädagogik und in der pferdegestützte Arbeit um die Vorbereitung, um eben das große Konzept, um den Plan usw.

00:01:43: abgesehen davon dass wir viel öfter viele individuelle arbeiten müssen und auch spontaner reagieren bzw improvisieren als gedacht ist es meiner Meinung nach aber auch so dass wir nicht vergessen dürfen dass für die Leute die zu uns kommen Diese Setting am Pferdehof zu sein mit den Tieren an sich schon sehr, sehr wertvoll und sehr besonders ist.

00:02:10: Für uns ist es das nicht mehr.

00:02:12: Wir haben Pferden wir sind es gewohnt Das ist unser Daily Business.

00:02:17: Wir heben Hüfe ganz selbstverständlich auf Wir führen Pferd von A nach B Und das ist unser Alltag.

00:02:23: Aber ihr könnt euch sicher noch dran erinnern oder zumindest was bei mir so Dass wir irgendwann mal kleine Kinder waren die total faszinierend und standen uns super happy waren, wenn sie auch nur einmal über die Nüster streicheln durften.

00:02:36: Und dass das alles an sich eben ein Riesenhappening war ohne dass der Großartig irgendwas passiert ist und ohne dass irgendetwas angeleitet wurde.

00:02:47: In meiner Kindheit war es glücklicherweise so, dass wir auf den ganzen Tag im Pferdestall verbracht haben und prozentual sind wir ganz wenig am Pferd gesessen.

00:02:58: aber das ganze drum herum Das war so wahnsinnig cool für uns.

00:03:03: Einfach nur auf der Weide sind bei dem Pferden, denen beim Fressen zuhören die zu putzen und bei der Stallarbeit zu helfen Und ich habe in der Praxis immer wieder erlebt dass Eltern dafür gar kein Verständnis hatten das die gesagt haben naja jetzt zahl' ich hier Geld Dafür dass mein Kind hier beim Ausmisten hilft.

00:03:21: das kann ja nicht dir ernst sein.

00:03:23: und dabei war es oft der größte Wunsch vom kind einmal beim Ausmisten zu helfen.

00:03:28: und die möchten auch dabei sein, wenn eine Futter vorbereitet wird.

00:03:32: Und die freuen sich total, wenn sie mal kommen dürfen, wenn der Hufschmidt kommt und die mal sehen wie so ein Barhof bearbeitet wird oder eben auch vielleicht der Eisen beschlagen in meinem Fall jetzt nicht aber generell und dass die einfach mal schauen können wie zum Beispiel die Zähne gemacht werden, wenn das Tierarzt kommt Und dass für viele, gerade Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene das ganze Drumherum eben nicht Alltag ist.

00:03:57: Dass es nicht selbstverständlich ist!

00:04:00: Und dass es auch nicht nur darum geht, dass dieser Sensation ist wo man zuschauen kann sondern die lernen natürlich auch total viel dabei.

00:04:07: Gerade wenn's um die Stallarbeit geht Das is'n nicht nur motorig und sensorig und gleichgewicht und Balanced Es ist auch Teamfähigkeit, es ist auch Verantwortung übernehmen... ...und das ist eben NICHT NICHTS.

00:04:20: Und ich sehe es bei meinen Ausbildungsteilnehmern in allen Lehrgängen, aber auch ganz besonders beim Fertiggestützten Entspannungstraining dass sie in ihren Konzepten oft zu viel planen.

00:04:33: Das ist jetzt nicht verwerflich weil die sind natürlich total begeistert von all den Techniken die Sie erlernt haben und die möchten das dann an den Mann und an die Frau bringen.

00:04:43: Aber es ist oft ein bisschen kontraproduktiv wenn ich meinen Klienten alles so vor den Latzknall.

00:04:51: Das heißt, wenn ich in meiner Begeisterung sage so wir haben hier ätherische Öle und übrigens auch Klangschale und da kann nur wie Bachblüten arbeiten und autogenes Training, progressive Muskeln, Spannung.

00:05:02: jetzt machen wir aber noch eine Meditation oder Fantasiereise.

00:05:07: Aber übrigens, wir können auch noch Yoga und Chigong machen.

00:05:10: Und Lachyoga wäre auch noch ein Programm!

00:05:12: Die sind einfach damit überfordert.

00:05:15: Das heißt in der Praxis ist tatsächlich so dass oft drei gut angeleitete Übungen für eine Einheit absolut ausreichend sind weil die Menschen auch Zeit brauchen das zu verarbeiten und das Gehirn lernt auch ganz viel in den Pausen Und vieles ist eben nicht eine Attraktion nach der anderen, sondern gerade im Entspannungstraining ist es so dass wir Techniken haben die Übung brauchen und da rede ich jetzt speziell von autogenem Training, progressive Muskelentspannung Meditation, Chigong usw.

00:05:50: Ihr kennt das sicher alle.

00:05:52: Wenn ihr das erste Mal versucht zu meditieren, dann seid ihr da nicht automatisch nahe dem Nirwana.

00:05:58: Ganz im Gegenteil, da sitzt man da und dann denkt man den Streit mit der Nachbarin von gestern.

00:06:03: Man überlegt sich was man nur einkaufen muss.

00:06:05: Man geht die eigene Tutuliste durch.

00:06:07: Das funktioniert nicht auf Knopfdruck.

00:06:10: Warum?

00:06:11: Weil es Übung braucht Genau so progressive Muskelentspannung.

00:06:15: Das ist ein Konzept, das hat sich über Jahrzehnte bewährt.

00:06:18: Es wird in so vielen Reha-Kliniken heute noch angewendet.

00:06:21: und warum?

00:06:22: Ja weil es funktioniert.

00:06:24: aber auch unsere Ausbildungsteilnehmer der Selbstreflexion die berichten ganz oft davon dass das nicht super cool ist.

00:06:31: von Anfang an gerade dieses Muskel einspannen und wieder entspannen wenn man eh schon verspannt ist und dann geht man nochmal in eine Anspannung.

00:06:39: das ist unangenehm das ist nicht super toll Und da muss man dranbleiben, das muss man üben bis man irgendwann merkt wie wohltuend es ist wenn man den eigenen Muskeltonus so beeinflussen kann und dann eben auch in eine Entspannung kommen.

00:06:55: Auch beim Chigong kommt nicht jeder automatisch sofort in diesen absoluten Flow.

00:07:00: Das kann man auch gar nicht erwarten!

00:07:02: Das ist nämlich schon so dass unser Körper und unser Geist Wiederholungen brauchen.

00:07:09: Speichert Bewegungsmuster.

00:07:11: Das ist auch der Grund, warum ihr euch fünfzehn Jahre auf keinen Fahrrad setzen könnt und ihr werdet trotzdem noch Fahrrad fahren können.

00:07:18: Der Körper hat einfach diese Bewegungsmuster abgespeichert Und auch unsere neuronalen Netzwerke im Gehirn werden erweitert durch Wiederholungen.

00:07:28: das heißt ich mache irgendwas ein zwei Mal und es könnte sich vorstellen wie so eine kleine schmale Schotterstraße Je öfter ich das jetzt übe desto mehr wird die Schotters Straße ausgebaut Weil sie unser Körper und vor allem das Gehirn denken, gut scheinbar wird die Straße hier mehr befahren.

00:07:45: Da müssen wir ausbauen.

00:07:46: Und irgendwann habe ich da fünfspurige Autobahnen und dann geht es natürlich alles leichter und schneller.

00:07:52: Wir haben auch beim Pferde gestützten Entspannungstrainer Selbstreflexionsaufgaben eben zum Thema Meditation mit Hörmeditationen Und da berichten die Leute auch aus unseren Kursen, dass das am Anfang mühsam war.

00:08:05: Da haben sie sich das ewig angehört und konnten sie gar nicht entspannen.

00:08:09: Und irgendwann nach ein paar Tagen oder spätestens zwei Wochen machen die die Hörmeditation an und sind in ein, zwei Minuten eingeschlafen weil der Körper das irgendwann verbindet.

00:08:20: Genau diese Musik- oder dieser Sprechtext wird mit Entspannung einfach verknüpft Und das Gleiche sehen wir zum Beispiel auch in der US-amerikanischen Army.

00:08:31: Soldaten lernen gewisse Techniken, bei denen sie in kürzester Zeit einschlafen können weil die oft im Einsatz nur ganz kurze Schlafvenste haben, die sie auch unbedingt nutzen müssen.

00:08:43: Und das ist nicht immer irgendein fancy neues Tool, sondern es ist immer die gleiche Methode.

00:08:48: Weil so funktioniert das eben und so weiß der Körper genau ah jetzt kommt wieder das alles klar wir schlafen Wir gehen in den Entspannungszustand Das ist im Entspanungstraining genau dasselbe und dafür braucht's eben Wiederholungen und das heißt ich brauche vielleicht in der Pferde gestützten Einheit Nicht zwölf Themen irgendwie durchackern und ganz viel Input Sondern Es reichen vielleicht drei ruhige Übungen, bei denen man zum einen Zeit hat in die Entspannung zu gehen und das Ganze auch ein bisschen nacharbeiten zu lassen.

00:09:22: Und zum anderen kann ich eben Wiederholungen machen!

00:09:26: Das ganze Konzept lebt davon, dass wir Dinge wiederholen und üben, dass unsere Klienten es auch Zuhause machen können und dass wir diese Techniken eben nach und nach erlernen.

00:09:39: Wie gesagt dann kommt das Ganze rundherum dazu.

00:09:43: Das ist einfach nicht unter ein Teppich zu kehren, dass das auch wichtig ist und dass es einfach auch Nicht nichts ist und das ist auch nix was nebenbei läuft.

00:09:53: dieser Raden, dieses Setting Pferdehof mit allem was du zugehört Ist nicht nur eine nette Kulisse Sondern da passiert natürlich auch etwas.

00:10:03: Und ich finde es total schön wenn man ein bisschen individuell arbeitet und auch schaut Wie ist die Stimmung heute?

00:10:10: Was ist das Thema, was ist das Anliegen und was braucht es?

00:10:14: Und dann schaut wie gestaltet man die Einheit.

00:10:18: Ich habe das in der Praxis gerade bei Jugendlichen immer wieder erlebt, die schon ein bisschen größer waren, die sich schon ein bissel getraut haben zu formulieren, was sie wirklich brauchen, dass die sagen du ich würde voll gern wieder die Übung XY am Pferd machen oder ich hätte total Lust darauf, dass wir mit ätherischen Ölen und der Klangschale arbeiten.

00:10:40: Aber weißt du was richtig cool wäre?

00:10:42: Wenn ich mich einfach mal für zehn Minuten an die Heu rauf versetzen könnte weil... Ich komme gerade aus der Schule, ich komme gerade vom Tennis- oder Klavierunterricht.

00:10:49: Der Tag war total stressig Und ich würde so gerne einfach nur wenn im Pferden sein!

00:10:55: Und ich kann es wahnsinnig gut nachvollziehen Weil ich finde persönlich das das ein riesen Thema ist, dass unsere Kinder und Jugendlichen heute im Prinzip dauerbeaufsichtig sind.

00:11:07: Das heißt, die haben von der Früh bis am Abendprogramm.

00:11:10: Man weiß immer wo sie sind.

00:11:12: es gibt relativ wenig Zeit für Leerlauf und genau diesen Leerlauf hatten wir als Kinder sehr wohl.

00:11:17: Und zwar in den Sommerferien oft stinklangweilig und da ist ganz viel Kreativität entstanden bzw.

00:11:23: Wir sind halt heimgekommen wenn's finster worden ist oder weil man Hunger hatte.

00:11:28: ansonsten waren wir draußen unterwegs Und wir durften ganz viel einfach nur bei den Pferden sein.

00:11:35: In klassischen Reitschulen ist es halt so, dass die Kinder kommen.

00:11:39: Die haben dann eine Reitstunde und dann müssen sie auch wieder abgeholt werden natürlich weil das niemand mehr gewährleisten kann allein was die Haftung betrifft.

00:11:47: Dass die Kinder hier noch zwei drei Stunden umbeaufsichtigt am Pferdehof rumstromern aber das ist genau das was ich in meiner Kindheit zum Beispiel sehr wohl hatte.

00:11:56: Wie gesagt, prozentual sind wir relativ wenig geritten für das was wir wirklich am Hof waren und um die Pferde herum.

00:12:04: Und wir haben es geliebt!

00:12:05: Und ich weiß das noch ganz genau, dass uns das eigentlich das Allerwichtigste war.

00:12:10: Da ging es nicht darum, dass wir eine Reitstunde hatten und da eben mal am Pferd gesessen sind sondern wir waren am Hof und wir konnten damit helfen und wir waren bei allem dabei egal ob Heuernte oder Stallarbeit oder was auch immer und dieses Beide im Pferden sein dürfen.

00:12:28: Das war wahnsinnig wertvoll!

00:12:31: Natürlich müssen wir auf die Sicherheit achten Und natürlich müssen wir einen Rahmen schaffen, wo das möglich ist.

00:12:37: Aber ich finde es wahnsinnig wertvoll eben einfach auch zu schauen dass Kinder Zeit mit Pferden verbringen können die vielleicht nicht unbedingt einem gewissen Konzept oder einem Plan dienen und da eine gute Mischung zu finden dass man sagt okay Ich kann mein Wissen weitergeben ich vermittel hier wertvolle Skills ich erfülle quasi auch den Auftrag Aber ich habe auch genügend Zeit, dass das Ganze nachwirken kann.

00:13:06: Es gibt Pausen dazwischen und ich kann die Menschen wenn sie das möchten vielleicht einfach in diesen für mich so normalen Alltag integrieren im Wissen, dass es dann keine Sache ist wo ihr schlecht gewissen haben muss.

00:13:20: oder man denkt po jetzt leite hier keine Übung an jetzt läuft das Kind gerade mit mir mit mal irgendwie Futter herzurichten, sondern dass es auch wichtig ist und das es auch Erwertigkeit hat.

00:13:32: Genau in diesem Sinn werde ich jetzt wieder meine Stimme schonen.

00:13:35: Ihr hört es wahrscheinlich schones noch nicht zu ganz auf der Höhe und ich freue mich natürlich wenn euch die Podcast-Volge gefallen hat, wenn ihr uns vielleicht auch gerne bewerten wollt oder das ganze an Freunde oder Bekannte weiter schicken und wir hören uns in der nächsten Folge!

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