Warum Reitpädagogik nicht reicht

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00:00:00: In meiner Praxis zeigt sich gerade bei den Interessenten und Ausbildungsteilnehmern häufig ein einheitliches Bild.

00:00:07: Und zwar Reitpädagogen, die ihren Job wirklich mit Herz und sehr viel Liebe machen aber irgendwann an einem Punkt kommen an dem sie sich gerne spezialisieren wollen, an dem Sie ihre Arbeit vertiefen möchten.

00:00:21: Vielleicht auch mit Klienten in Kontakt kommen die etwas ganz anderes brauchen oder das eigene Angebot gerne mitwachsen darf – mit den kleinen Klientinnen, die irgendwann aus der Reitpädagogik hinaus wachsen.

00:00:35: und genau darum soll es in der aktuellen Podcastfolge gehen.

00:00:38: Viel Spaß beim Zuhören!

00:00:48: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge.

00:00:52: Heute möchte ich über einen Satz sprechen, der vielleicht ein bisschen provokant klingt.

00:00:56: Warum Reitpädagogik nicht mehr reicht?

00:00:59: Und ich möchte gleich zu Beginn etwas sehr klarstellen – Reitpedagogik hat ihre volle Berechtigung!

00:01:05: Sie ist kein Einstieg, den man kleinreden muss und auch kein unprofessionelles Freizeitprogramm.

00:01:11: Ein guter Reitpädagogik ist eine wertvolle, entwickelungsbegleitende Arbeit.

00:01:16: Die schafft Erfahrungsräume in denen Kinder und Jugendliche Bewegung Beziehungen Verantwortung und Selbstwirksamkeit erleben können.

00:01:24: Und die Reitpedagogik für ganz viele Dinge Gut zum Beispiel Für die Förderung von Selbstwirksamkeit.

00:01:30: sprich ein Kind erlebt dass das eigene Handeln auch Erwirkung hat und dass man auch mit einer sehr klaren und ruhigen Körpersprache vom Pferd verstanden wird.

00:01:39: Dasselbe gilt für Körper- und Bewegungslernen, Gleichgewicht, Koordination – wie dosier ich meine Kraft richtig?

00:01:47: Raumorientierung & Körperwahrnehmung.

00:01:49: Aber auch fürs soziale Lernen sprich Absprachen, Rücksichtnahme, Rollenverteilung, Konfliktlösungen und generell Verantwortung in Gruppensituationen.

00:01:59: Auch die emotionale Kompetenz kommt nicht zu kurz, wenn wir lernen Gefühle wahrzunehmen sie zu benennen uns zu regulieren und handlungsfähig zu bleiben auch wenn vielleicht unsicher oder frustriert sind.

00:02:13: Und ein ganz großer Pfeiler der Reitpädagogik ist natürlich die Natur- und Tierbeziehung.

00:02:19: das heißt Kinder übernehmen Verantwortung die entwickeln Empathie und erleben auch mal Abläufe die man nicht vollständig beschleunigen oder kontrollieren kann.

00:02:29: Und natürlich auch die Ressourcenorientierung, dass man nicht das Defizit im Mittelpunkt hat sondern das was ein Mensch bereits kann und als nächsten machbaren Schritt entwickeln kann.

00:02:41: Trotzdem haben wir gerade bei uns in der Praxis immer wieder die Erfahrung gemacht, dass viele Reitwirkungen nach einigen Jahren Praxis einen Gefühl verspüren das Gefühl, dass sie gerne gezielter arbeiten möchten.

00:02:56: Dass Sie Menschen noch passender begleiten wollen und dass Sie nicht jeden Auftrag mit dem selben Format- und Konzept beantworten können oder wollen.

00:03:07: Und vielleicht möchte man auch nach ein paar Jahren sein Angebot fachlich, wirtschaftlich und persönlich weiterentwickeln – genau darum geht es eben heute in dieser Podcastfolge!

00:03:20: Man muss aber ganz klar dazusagen, dass wenn die Reitpädagogik an ihre Grenzen stößt und das Angebot irgendwann eng wird – es bedeutet häufig nur, dass die Fragestellung komplexer geworden ist als das bisherige Format.

00:03:37: Und die gute Nachricht ist natürlich, diese Grenze kann ein Entwicklungssignal sein.

00:03:42: und genau das habe ich selber ja auch erlebt.

00:03:45: Ich hab viele Jahre Reitpädagogik gemacht, habe dann irgendwann das Pferde gestützte Entspannungstraining entwickelt aus meiner Expertise heraus weil ich gesehen habe es braucht auch noch etwas anderes.

00:04:00: die einfach Schulstress hatten, Einschlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Prüfungsangst und ähnliche Themen.

00:04:08: Und viele Fachkräfte erleben sehr unterschiedliche Anliegen in einer Gruppe Ein sehr schüchternes Kind, ein Kind das hochimpulsiv ist.

00:04:17: Ein Jugendlicher der in einer belastenden Lebensphase gerade steckt oder Kinder die einfach nur eine schöne Pferdezeit suchen.

00:04:25: und alle profitieren vielleicht aber nicht alle brauchen dieselbe Zielsetzung und denselben Ablauf oder die gleiche Intensität Und dazu kommt ganz ehrlich auch noch die berufliche Realität.

00:04:38: Wer jetzt jahrelang ähnliche Stunden anbietet, der wünscht sich oft neue fachliche Impulse – vielleicht ein bisschen mehr methodische Klarheit oder Angebote für weitere Altersgruppen weil die Kinder aus der Reitpädagogik vielleicht auch irgendwann herauswachsen aber gerne trotzdem bleiben möchten?

00:04:57: Wiederholung ist ja grundsätzlich nicht automatisch was Schlechtes.

00:05:00: Sie wird jedoch dann ein bisschen anstrengend, wenn sie nicht mehr zu den eigenen Lernzielen und zu den wachsenden Erfahrungen passt.

00:05:10: Und dafür gibt es übrigens ganz typische Signale.

00:05:15: Du erklärst zum Beispiel dein Angebot immer sehr allgemein fällt präzise zu sagen, für wen oder für was es jetzt wirklich gedacht ist.

00:05:25: Du bekommst vielleicht auch Anfragen, denen du spürst das Anliegen braucht eigentlich eine andere Kompetenz, ein anderes Setting oder eine ganz andere Kooperation.

00:05:34: Gleich bist du aber einfach nur an dem Punkt angelangt wo du gern Angebote für Erwachsene entwickeln würdest.

00:05:40: Du hast viele Ideen aber keine klare Struktur wie daraus erfachlich begründetes und auch wirtschaftlich tragfähiges Projekt wird.

00:05:48: du möchtest nicht den therapeutische Versprechen abrutschen, aber trotzdem gezielter und wirksamer arbeiten.

00:05:56: Der Satz Reitpädagogik reicht nicht mehr bedeutet jetzt nicht Reitpedagogik ist zu wenig.

00:06:01: es bedeutet ein einziges allgemein beschriebenes Angebot reicht möglicherweise nicht mehr für alle Menschen, für alle Anliegen und auch nicht die eigene berufliche Entwicklung.

00:06:14: Spezialisierung ist aus dem Grund halt einfach auch keine Abwertung vom Allgemeinen, sie ist eine Vertiefung.

00:06:20: Wer sich spezialisiert entscheidet sich nicht gegen Qualität sondern für Zielklarheit.

00:06:26: das heißt statt ich mache etwas mit Pferden und Kindern kann daraus werden Ich gestalte pferdegestützte Gruppen zur Stärkung emotionaler und sozialer Kompetenzen für Kinder im Grundschulalter mit Mobbingthematik oder ich entwickle achtsam orientierte Pferdezeit für Frauen mit hoher Alltagsbelastung.

00:06:45: Und die Möglichkeiten der Erweiterungen sind relativ vielfältig, das heißt man kann sich zum einen auf Alters- und Zielgruppen spezialisieren – Vorschulkinder, Grundschulkinder, Jugendliche oder Erwachsene aber auch auf Entwicklungsaufgaben Sprache Gruppengröße Dauer und Methodik Aber natürlich auch Themenspezifisch.

00:07:09: Vielleicht geht es um Natur erleben, vielleicht geht's um Achtsomkeit und Selbstvertrauen.

00:07:13: Um Mobbing und Burnout-Prävention.

00:07:16: Und man braucht natürlich eine konkrete Zielsetzung passende Übungen und Reflexionsmethoden.

00:07:22: Man kann aber auch sich Gedanken über das Setting machen möchte ich gerne im Einzelsetting arbeiten in kleinen Gruppen mit Schulklassen Eltern Kind Angebote auf die Beine stellen Team Tage oder auch vielleicht einfach in Richtung Workshop-Gestaltung gehen.

00:07:39: Ich sage euch ganz ehrlich, spezielles Angebot das beginnt nicht unbedingt mit einem schönen Namen sondern wirklich mit einem sauberen Konzept.

00:07:47: also macht es euch wirklich Gedanken welche Menschen möchtet ihr mit welchem Entwicklungsanliegen, in welchem Setting und vor allem auch innerhalb welcher Grenzen begleiten.

00:07:58: Wenn ihr sehr spezielles Angebot auf die Beine stellt und weiß für wen das gedacht ist dann gibt es halt immer auch Menschen für die es nicht passt.

00:08:07: Und dann kann man strategisch vorgehen.

00:08:08: Man kann sich übergeordnete Ziele und Teilziele anschauen Die Methodik hinterfragen.

00:08:14: Es braucht natürlich immer auch ein Transfer in den Alltag ganz wichtig.

00:08:20: zum Beispiel ein Teilnehmer erweitert eigene Fähigkeiten, kann eigene Grenzen besser wahrnehmen oder diese einfach auch besser kommunizieren.

00:08:28: Das wäre beispielsweise ein schönes Ziel.

00:08:31: Es gibt aber auch Teilziele das heißt kleine beobachtbare Lernschritte und beispielsweise auch die Tatsache dass man mal nur Gefühle benennen kann, dass man Körper Signale wahrnehmt, dass er bitte formuliert und Hilfe annehmen kann.

00:08:47: Die Methodik ist auch nicht zu vergessen und zwar welche Aufgaben am Boden mit Pflege, Bewegung, Wahrnehmung Gruppen oder Reflexion passen wirklich zu diesen Zielen die ich verfolge.

00:09:00: Und dann braucht man natürlich immer auch ein Transfer von der Pferde gestützten Arbeit quasi erbrücke in den Alltag eben durch Abschlussfragen, durch Elternimpulse kleine Transferaufgaben für Zuhause oder persönliche Lern-Tagebuchgeschichten.

00:09:17: Und natürlich ganz wichtig immer auch Sicherheit und Pferdewohl aber auch ordentliche Evaluationen.

00:09:24: das heißt wir müssen schauen woran erkenne ich dann im Nachhinein ob das Format wirklich trägt?

00:09:30: Beobachtungsbögen sind da super Feedback, Reflexion und auch eine fachliche Supervision empfehle ich da gern.

00:09:38: Unsere Angebote setzen ein bisschen an wo die Reitpädagogik aufhört also bei Fachkräften die jetzt schon reitpädagogische Basis haben und schätzen und gleichzeitig aber den nächsten professionellen Schritt gehen möchten.

00:09:53: Bei meinen Angeboten begleite ich unsere Ausbildungsteilnehmer dabei die Zielgruppe zu schärfen, eine wirklich tragfähige Angebotsidee zu entwickeln und die dann auch in ein pädagogisch sinnvolles Konzept umzusetzen.

00:10:08: Es geht jetzt gar nicht darum dass man schnell einen neuen Titel auf ein bestehendes Angebot klebt.

00:10:13: es geht darum das man die eigene Erfahrung mit Pferden des pädagogische Wissen und die persönliche Haltung zu einem klaren und wirklich verantwortungsvollen Profil verbindet.

00:10:24: Wenn du jetzt zum Beispiel an Fragen arbeitest, wie was ist mein echtes Herztesthema?

00:10:31: Was kann und möchte begleiten.

00:10:33: Welche Grenzen gelten für mich?

00:10:35: Wie formuliere ich Ziele ohne Lehreversprechen und wie baue ich Einheitenpferde gestützt auf aber auch wie kommunizier' ich meinen Angebot so dass die richtigen Menschen es verstehen und finden.

00:10:45: damit sie mich sicher richtig bei uns.

00:10:48: Wenn du spürst, dass dein Reitpädagogik nicht falsch ist aber dein nächster Schritt ansteht dann findest du bei uns einfach ein Raum für genau diese Weiterentwicklung.

00:11:00: Das heißt wir haben Lehrgänge auf die Beine gestellt, die eben sehr fachspezifisch sind.

00:11:06: es geht eben um Pferdegestützers Entspannungstraining, die Pferdigestützte Verlust und Trauerbegleitung, pferdiggestützte Mobbingprävention, Wir haben auch ein Lehrgang über Pferde gestütztes Kunst- und Kreativtraining.

00:11:23: Und auch zum Pferdegestützen Natur- und Wildnispädagogen kannst du dich bei uns ausbilden lassen!

00:11:29: Ich möchte jetzt zum Schluss sein Gedanken mitgeben, die Reitpädagogik muss nicht ersetzt werden.

00:11:36: Die ist auch nicht schlecht sie darf aber wachsen.

00:11:39: das heißt sie darf sich vertiefen und Du darfst mit ihr wachsen genauso wie deine kleinen Klienten.

00:11:46: Und die anfangs so provokant gestellte Frage, warum Reitpädagogik nicht mehr reicht ist natürlich die falsche Frage.

00:11:53: Darum geht es überhaupt nicht!

00:12:16: mitwachsen und über ein gewisses Grundsystem auch hinaus wachsen.

00:12:22: Unter Umständen passiert es auch, so wie bei mir persönlich ganz natürlich indem du einfach mit Klienten in Kontakt kommst die einfach etwas anderes brauchen.

00:12:34: Und das ist im Idealfall auch noch eine Thematik, die dich wirklich interessiert, wo du dafür brennst und wo du eine Leidenschaft entwickelst – und wo Du Dich in Deiner Berufung auch wirklich siehst!

00:12:45: Dann ist es definitiv genau der richtige Moment um einen nächsten Schritt zu machen.

00:12:51: Wenn Du jetzt immer noch dran bist dann bedanke mich fürs Zuhören und ich freue mich auf die nächste Folge.

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