Freiwilligkeit als Basis

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00:00:00: In der heutigen Podcast-Folge geht es um eines meiner absoluten Lieblingsthemen.

00:00:04: Ich kann das gar nicht oft genug ansprechen, die Freiwilligkeit im Pferdegestützten Setting und warum sie so wichtig ist – viel Freude beim Zuhören!

00:00:20: Vielleicht kennst du diese Situation auch?

00:00:22: Du bist mit deinem Pferde in einem Klienten oder einer Klientin sucht vielleicht sogar Abstand.

00:00:34: Das bedeutet jetzt nicht automatisch, dass das Pferd komplett die Zusammenarbeit verweigert aber es zeigt eines und zwar seine eigene Wahrnehmung.

00:00:44: gerade in der pferdegestützten Arbeit müssen wir solche Signale ernst nehmen.

00:00:48: Wir können sie nicht weg erklären oder einfach übergehen Denn Pferde sind kein Arbeitsmittel oder irgendwie eine nette Kulisse, sondern sie sind natürlich fühlende Wesen und Sie haben ganz eigene Bedürfnisse.

00:01:02: Aber auch eigene Grenzen – immerhin auch nur ganz individuelle Tagesformen je nachdem!

00:01:09: Und sie drücken sich aus.

00:01:11: und genau das ist unglaublich wichtig wenn wir eine echte Begegnung haben wollen.

00:01:19: Eine Begegnung, die freiwillig passiert weil das Pferd Wahlmöglichkeiten hat.

00:01:25: Dann müssen wir ihm auch den Raum lassen sich entsprechend auszudrücken.

00:01:32: So ein Pferdd reagiert ja nicht auf eine tolle Selbstdarstellung oder Worte sondern auf Körperspannung auf vielleicht innere Unruhe oder fehlende Klarheit oder fellende Präsenz und wenn es sich aber freiwillige annähert oder wirklich freiwillig in Kontakt bleibt, dann ist das eine super ehrliche Rückmeldung.

00:01:54: Und damit wir das erkennen können brauchen wir natürlich den Gegenpolen nämlich die Möglichkeit dass das Pferd sich eben auch entziehen kann.

00:02:02: und das ist eben ein ganz großer Unterschied zu einem tragfähigen Prozess den wir haben wollen für den wir natürliche gewisse Voraussetzungen brauchen und einem Pferde das einfach nur unter Druck funktioniert.

00:02:15: Das kann natürlich auch Aufgaben ausführen.

00:02:18: Gar keine Frage!

00:02:20: Aber das Verhalten von Pferd liefert dann kaum eine wirklich unverfälschte Resonanz, weil das Pferde eben gelernt hat zu funktionieren und sich nicht großartig auszudrücken.

00:02:32: Freiwilligkeit bedeutet jetzt nicht unbedingt dass es Pferden immer genau das macht was wir uns gerade vorstellen oder erhoffen und das werden wir in diesen Prozessen auch relativ schnell merken.

00:02:44: Es bedeutet auf der anderen Seite aber ebenso wenig, dass so ein Setting oder so eine Rahmen völlig ohne Führung und ohne Vereinbarungen auskommt.

00:02:54: Natürlich nicht!

00:02:55: Also Pferde brauchen schon eine Orientierung.

00:02:58: die profitieren auch von einem verständlichen Ablauf von Pferdengrenzen, von ausreichend Pausen und auch von einer Umgebung in der sie sich eben sicher bewegen können.

00:03:09: Der ganz entscheidende Punkt liegt aber im Wie?

00:03:13: Wenn jetzt ab Pferd mit Zug, mit Enge, viel Ungeduld oder wiederholten Druck zu einer Handlung gebracht wird.

00:03:20: Dann kann das vielleicht so aussehen äußerlich als ob es kooperativ wäre.

00:03:26: Innerlich kann das Pferde aber schon längst im Rückzug sein.

00:03:30: Das heißt eine freiwillige Mitarbeit die zeigt sich eher in einer weichen Aufmerksamkeit In einer eigenständigen Annäherung und einem ruhigen Körper Ausdruck und vor allem der Möglichkeit sich eben auch mal kurz zu entziehen, ohne dass daraus sofort der Konflikt entsteht.

00:03:50: Und dabei ist Freiwilligkeit kfeste Eigenschaft die ihr Pferd einfach hat sondern es ist etwas das sich verändern kann.

00:03:59: Das heißt ein sensibles Pferde kann an einem ruhigen angenehmen Tag in einem entsprechenden Setting total offen und kontaktfreudig sein.

00:04:08: Wenn vielleicht gerade irgendwas los ist am Hof dann kann es deutlich weniger Kapazität haben, um sich auf uns zu fokussieren und die Sache kann ganz anders aussehen.

00:04:20: Professionelles Handeln erkennt jetzt den Unterschied und passt auch das Setting entsprechend an.

00:04:28: Also Freiwilligkeit ist eine tolle Sache und sehr erstrebenswert.

00:04:35: aber ich kann nicht sagen Das Pferd ist freiwillig oder das ist ob Pferd, dass es eher nicht freiwillig.

00:04:42: Also das ist nichts was opfert als Charaktereigenschaft besitzt oder halt eben nicht besitzen.

00:04:49: Freiwilligkeit kann sich natürlich verändern und wenn sie sich verändert dürfen wir auch hinterfragen warum?

00:04:57: Warum möchte das Pferdd jetzt nicht mehr freiwilligt mitmachen?

00:05:00: Was können wir vielleicht an unserem Verhalten ändern oder auch am Setting um eben das Gegenteil wieder zu bewirken?

00:05:08: Wahlmöglichkeiten sind da ein ganzer fixer Ankerpunkt und die müssen gar nicht groß oder spektakulär sein.

00:05:14: Die beginnen bei ganz kleinen Entscheidungen, darf das Pferd des Tempo mitbestimmen?

00:05:20: Gibt es überhaupt ausreichend Raum für Distanz?

00:05:23: Kann Erübung vielleicht auch verändert oder ganz wichtig beendet werden wenn die Signale dafür sprechen?

00:05:30: Darf es zwischen den Einheiten wirklich ruhen und Pause machen.

00:05:36: Und gerade in der Arbeit mit Menschen, die viel Verantwortung tragen unter Stress stehen oder ihre eigenen Grenzen nicht so gut wahrnehmen können wird diese Haltung besonders wertvoll.

00:05:46: Das Pferd für Körper nämlich etwas das vielen Menschen verloren gegangen ist es reagiert auf Überforderung nicht mit langen Erklärungen sondern mit einer ganz klaren Körpersprache.

00:05:59: und wer lernt diese Sprache?

00:06:02: ohne Schuldzuweisung und ohne Frustration wahrzunehmen, der kann auch die eigenen Grenzen wieder ganz neu verstehen und ganz neu definieren.

00:06:13: Das heißt gerade in diesem Punkt können wir von Pferden irrsinnig viel lernen und unsere Klienten auch darauf hinweisen sich das anzuschauen dass wirklich wahr zu nehmen etwas daraus zu ziehen und diese Schlüsse, die man daraus zieht vielleicht eben auch ins eigene Leben zu transformieren.

00:06:35: Freiwilligkeit entsteht jetzt nicht dadurch, dass der Mensch sich vollkommen zurücknimmt.

00:06:41: Im Gegenteil!

00:06:42: Die Freiwilligkeit braucht schon auch erfachliche Kompetenz, eine gute Beobachtungsgabe und auch eine verlässliche Leitung.

00:06:51: Die Personen, die das begleiten, tragen zur Verantwortung für Sicherheit bei.

00:06:57: Für Gruppengröße und Dauer, passende Übungen, passenden Equipment und generell auch für den achtsamen Umgang mit allen Beteiligten.

00:07:07: Da kürzt zum Beispiel dazu, dass wir Pferde nicht zu lange einsetzen.

00:07:11: Dass wir ihre individuellen Voraussetzungen realistisch einschätzen.

00:07:16: Nicht jedes Pferd ist für jede Art und jede Form der Pferde gestützten Arbeit geeignet.

00:07:22: Als sehr junges, körperlich angeschlagenes, unsicheres oder vielleicht auch schnell überfordertes Pferdd braucht vielleicht ganz andere Aufgaben oder eben auch viel längere Entwicklungszeiten.

00:07:34: Und auch souveränes Erfahren des Pferds nicht automatisch unbegrenzt belastbar nur weil es freundlich und geduldig wirkt.

00:07:43: Ein professionelles Konzept fragt daher eigentlich vor jeder Einheit, wie geht es diesem Pferd heute?

00:07:51: Nicht nur wie geht's dem Pferdd allgemein sondern genau diesen einen Individuum an diesem heutigen Tag.

00:07:58: Welche Menschen kommen in die Begegnung?

00:08:01: Welche Übungen unterstützen das Ziel und zwar ohne dass wir das Pferд instrumentalisieren?

00:08:07: Und woran erkennen wir überhaupt, dass er pausenotwendig ist oder das vielleicht auch ein Abschluss der Übung sinnvoll wäre?

00:08:16: Ich weiß die Fragen, die wirken auf den ersten Blick irgendwie selbstverständlich.

00:08:19: Aber in der Praxis verlangen sie schon Klarheit und auch eine Bereitschaft am Plan zu verändern!

00:08:26: Vielleicht war zum Beispiel Begegnungen im freien Raum vorgesehen aber das Pferd ist total angespannt.

00:08:33: Vielleicht braucht der Teilnehmer zunächst ein bisschen mehr Abstand, bevor er direkt Körper-Kontaktübungen sinnvoll durchführen kann.

00:08:41: Eine gute pferdegestützte Arbeit hält den Rahmen aber sie erzwingt nicht in Ablauf.

00:08:48: und die Frage ist natürlich auch was unsere Klienten aus dieser echten Freiwilligkeit lernen können?

00:08:55: Wenn ein Pferd frei entscheiden darf dann wird Begegnung erst zum wirklich feinen Lernraum.

00:09:03: Das heißt, die Klienten, die erleben, dass eine Verbindung nicht durch das Durchsetzen entsteht sondern die wächst aus Präsenz, aus Klarheit, aus einer emotionalen Selbstregulation und aus einem respektvollen Angebot, das wir dem Pferd setzen.

00:09:21: Wer jetzt super hektisch aufs Pferdd zugeht ohne dass die Signale überhaupt beachtet werden Der wird meist ein bisschen was anderes erfahren als jemand, der jetzt mal zunächst bei sich ankommt, atmet und den Raum wahrnimmt.

00:09:35: Ich habe die Erfahrung gemacht dass gerade Leute, egal ob im Beruf oder in Familienalltag, die wirklich super funktionieren und funktionieren müssen unter Anführungszeichen das schon irgendwie entspüren kommen.

00:09:50: Dass die merken, das Pferd hat vielleicht einen Gegenentwurf zum Leben So ein Kontakt, der lässt sich nicht beschleunigen.

00:09:58: So vertrauen kann ich nicht abverlangen und Nein muss nicht immer das Ende sein sondern es kann der Beginn von einem wirklich ehrlichen Dialog sein.

00:10:09: da muss es nicht zum Beziehungsabbruch kommen Und generell ist es ein ganz wichtiger Wert, den wir vermitteln gerade auch Kindern und Jugendlichen.

00:10:20: Deshalb fährt eben ein Partner ist und genau so behandelt wird.

00:10:24: das hat Eigenheiten!

00:10:26: Wir respektieren die Grenzen und es geht einfach wirklich um einen fairen Umgang nicht um Macht- und Unterdrückung sondern um Nähe und Verantwortung Und die Arbeit wird dadurch absolut nicht weniger wirksam, nur weil wir sehr viel auf Freiwilligkeit setzen.

00:10:43: Ganz im Gegenteil sie wird glaubwürdiger!

00:10:47: Freiwilligkeit ist aber grundsätzlich jetzt nichts was man einfach so dem Zufall überlässt sondern es braucht auch ein bisschen Vorbereitung.

00:10:55: das heißt der Prozess beginnt eigentlich lange vor dem Pferd gestützen Setting die Haltung, die Flächen, Rückzugsmöglichkeiten und die gesamte Organisation.

00:11:06: Die sind schon maßgeblich damit sich so ein Pferd auch so sicher fühlt.

00:11:12: Und auch die Auswahl der Pferde und die Qualität der Ausbildung ist natürlich entscheidend.

00:11:17: Ein Pferdd sollte nicht nur gelassen wirken sondern wirklich gelernt haben Menschen in unterschiedlichen Situationen vertrauensvoll begegnen zu können.

00:11:28: Und auch die Vorbereitung der Klienten ist wichtig.

00:11:32: Wer erklärt, dass das Pferd eigene Grenzen zeigen darf?

00:11:36: Der schafft von Beginn an einen ganz anderen Erwartungsraum!

00:11:40: Es geht dann nicht darum, bestimmte Übungen unbedingt zu schaffen und absolvieren sondern es geht darum wahrzunehmen was geschieht gerade?

00:11:49: Was geschieht in

00:11:50: mir?!

00:11:51: Wie wirke ich?

00:11:52: Was verändert sich, wenn ich meinen Atem beruhige.

00:11:56: Meine Absicht kläre oder einfach mal einen Schritt zurücktrete?

00:12:00: und diese Haltung nimmt unglaublich viel Leistungsdruck aus dem Prozess raus.

00:12:06: die macht dann Raum für echte Erkenntnis Und auch wenn er geplante Aufgabe anders verläuft als erwartet ändert das nichts daran.

00:12:15: Manchmal liegt sogar die wertvollste Erfahrung nicht in der Annäherung, sondern im bewussten Aushalten von Abstand.

00:12:23: Manchmal zeigt der Pferd durch sein Zögern, dass er Person ihre eigene innere Anspannung erst einmal wahrnehmen darf.

00:12:31: und da ist es eben auch an uns genau das auszuhalten und nicht zu schauen, dass das Pferde wieder funktioniert und man einfach locker-flockig weiter machen kann.

00:12:42: gerade wenn sich Pferden zurückziehen Dann ist die Reaktion der Klienten super spannend.

00:12:48: Nehmen sie das persönlich oder nicht?

00:12:50: Was ziehen die für Schlüsse daraus und warum, was hat es mit ihnen selber zu tun?

00:12:54: vielleicht mit Prägungen, mit Vorerfahrungen... Das ist ein ganz spannender Prozess.

00:12:58: wenn man den loslässt beziehungsweise eigentlich zulässt Oder anders gesagt wenn man die Kontrolle losläßt und dem Prozess zulästs so ist richtig.

00:13:10: Respekt vom Pferd bedeutet übrigens nicht, dass wir jedes Signal vorschnell irgendwie als Abbruch deuten müssen.

00:13:18: Es braucht natürlich ein bisschen Erfahrung.

00:13:21: Kurzes Innehalten von Pferden muss nicht negativ sein – das kann auch neugierig sein!

00:13:26: Erausweichen kann eine Unsicherheit zeigen und da weggehen, es kann einfach nur bedeuten, dass das Pferde gerade Gras viel interessanter findet als uns.

00:13:36: Aber entscheidend ist immer die Gesamtsituation.

00:13:38: Das heißt, wir müssen alles im Blick behalten – Körperhaltung, Atmung, Muskeltonus, Umfeld, Blick wie es die Begegnungen bis jetzt verlaufen.

00:13:48: und genau aus dem Grunde ist natürlich auch fundierte Ausbildung sehr wichtig und wertvoll weil wer pferdegestützte Angebote professionell gestalten möchte der braucht ein gewisses Wissen über Pferdeverhalten Über Sicherheitsaspekte, über richtige Gesprächsführung eine Zielerklärung und auch die Gestaltung von Reflexionsphasen.

00:14:10: Und die eigene innere Haltung ist dabei genauso relevant wie das Methodenwissen weil Pferde reagieren häufig auf das was Menschen ausstrahlen und nicht auf dass was sie sich ursprünglich mal vorgenommen haben.

00:14:24: Bei uns ist die Freiwilligkeit ja absolute Basis unserer Ausbildungslehrgänge Und erfachliche Struktur und der achtsame Wahrnehmung gehören einfach zusammen, damit aus einer Begegnung wirklich ein verantwortungsvoller Entwicklungsraum entstehen kann.

00:14:41: Das Pferd muss nicht immer nur funktionieren, damit es auf unsere Klienten berührend wirkt.

00:14:47: Gerade wenn wir die Freiwilligkeit und Freiheit sich zuzuwenden oder eben auch Abstand zu nehmen oder Pause einzufordern möglich machen dann macht das die Begegenung wirklich kostbar.

00:14:59: Und wer die Freiheit auch schützt, der schenkt nicht nur dem Pferdrespekt sondern eröffnet auch Menschen die Chance Verbindung auf eine ganz ehrliche und nachhaltige Weise zu erleben.

00:15:11: Auf einer wirklich freiwilligen Basis in diesem Setting mit Pferden zu arbeiten, braucht natürlich auch ein bisschen Mut.

00:15:18: Das heißt wir müssen uns abgrenzen von der Erwartungshaltung unserer Klienten.

00:15:24: Wir dürfen uns auch nicht einreden lassen dass das so wie wir es machen unprofessionell ist weil genau das Gegenteil ist in Wahrheit der Fall.

00:15:33: Natürlich möchten wir gerne gewisse Erlebnisse schenken aber Wie gesagt, schenken.

00:15:41: Das heißt es ist ein Geschenk und zwar in Wirklichkeit nicht von uns wir halten nur den Rahmen sondern vom Pferd und der Geschenkt.

00:15:48: da hoffe ich dass wir uns alle einig sind hat ja nur dann eine Bedeutung unter Wertigkeit wenn es freiwillig gegeben wird Und das ist glaube ich in Wirksamkeit der ganz springende Punkt Und auf den sollten wir uns auch immer wieder mal besinnen.

00:16:06: Ich hoffe, dir hat die Podcast-Folge gefallen und ich freue mich aufs nächste Mal!

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